Igelstation

Der Dornbirner Tierschutzverein unterstützt seit Jahren die Igelstation von Heidi Malin in Schwarzach. Hier möchten wir euch die selbstlose Arbeit von Frau Malin vorstellen und darüber informieren, wie die Igel-Station am besten unterstützt werden kann.

Marie-Christine Ahmidou-Fend hat Heidi Malin und die Igel-Station für den Dornbirner Tierschutzverein im Februar  2017 besucht und berichtet:

Heidi Malin, 73 Jahre, ist verheiratet und führt seit vielen Jahren ihre Igel-Station in Schwarzach, Vorarlberg. Zuständig für den Raum Unterland versorgt sie Tag ein Tag aus, uneigennützig und ohne Unterstützung offizieller Stellen, die stacheligen nützlichen Tiere.
Begonnen hat alles vor 20 Jahren, als sie eines Tages einen kranken Igel in ihrem Garten gefunden hatte und nicht wusste, wie sie dem armen Tier richtig helfen könne.
Nachdem sie sich bei Frau Annelies Dalpez in der Igel-Station Oberland in Nüziders informiert hatte und alles Wichtige rund um die Igel gelernt hatte, begann auch sie, sich um bedürftige Tier zu kümmern. Bereits nach kurzer Zeit stellte sich der ständige  Transport vom Unterland nach Nüziders als zu umständlich heraus und so gründete Heidi kurzer Hand ihre eigene Igelstation. 
Annelies Dalpez unterstützt sie natürlich weiterhin bei Platzmangel oder sonstigen Fragen.

Es geht dabei hauptsächlich darum, kranke Igel gesund zu pflegen und fit für den Winterschlaf zu machen. Nach dem geschützten Überwintern in der Igelstation werden die stacheligen Tiere im Frühjahr in einem für sie geeigneten und möglichst ungefährlichen Lebensraum in der Natur ausgewildert.

Die meisten bedürftigen Tiere finden ihren Weg privat, über die Vorarlberger Tierärzte, das Tierheim, über den Dornbirner Tierschutzverein und über „Mundpropaganda“ zu Heidi, da sie im Ländle unter Tierfreunden mittlerweile schon sehr bekannt für ihre Arbeit ist.

Über die Jahre ist die Igel-Station gewachsen, da es immer mehr Igel gibt, welche auf die Pflege und Obhut von Menschen wie Heidi angewiesen sind.


Winterschlafgewicht:

Igelweibchen werfen bis zu zwei Mal pro Jahr. Problematisch ist vor allem der Herbstwurf. Denn Jungtiere die im Herbst zur Welt kommen, erreichen oft nicht das nötige Winterschlafgewicht.
Igel können den Winterschlaf nur dann unbeschadet überstehen, wenn sie rechtzeitig ein Winterschlafgewicht von mindestens 600 g Körpergewicht auf die Waage bringen.


Das zu frühe Erwachen aus dem Winterschlaf:

Erwachen Igel zu früh aus ihrem winterlichen Schlaf, droht ihnen der unmittelbare Tod:

Einerseits gibt es durch die Klimaveränderung mittlerweile veränderte Wetterbedingungen, welche den Rhythmus der Tiere störend beeinflussen. Wie auch bei anderen Tieren, die Winterschlaf halten, gilt auch bei Igeln: Erwachen sie (z.B. wegen frühem Tauwetter) zu früh und finden nicht ausreichend Futter, droht ihnen in der Kälte der Hungertod.

Andererseits führen auch Störungen an der Schlafstelle, wenn beispielsweise dort wo ein stacheliger Freund unbemerkt sein Lager aufgeschlagen hat, Feuerholz entnommen wird, oft dazu, dass der Igel keinen geeigneten Platz zum Überwintern mehr findet.
Erschwerend kommt hinzu, dass es in vielen modernen Gärten heutzutage keine geeigneten Rückzugsmöglichkeiten und natürliche Schlafplätze, wie wilde Ecken, Laubhäufen usw. gibt.

All das sind Gründe, warum Igel heutzutage mehr denn je die Hilfe von uns Menschen benötigen.

Igel sind nicht nur sehr interessante Tiere, die mit ihren Stacheln und ihrem liebevollen Aussehen, die Aufmerksamkeit und das Interesse von Jung und Alt auf sich ziehen, sondern vor allem nützliche Tiere, die als Schädlingsbekämpfer wesentlich zum Funktionieren unseres Ökosystems beitragen.

Heidis Motivation ist ihre Tierliebe. Das Interesse und die Liebe zu den stacheligen Tieren sind über die Jahre stetig gewachsen. Die Igel haben, wie sie erklärt, alle einen ganz eigenen, individuellen Charakter. Sie erkennen Heidi am Geruch, akzeptieren sie als Bezugsperson und lassen sich sogar von ihr streicheln.
Wenn nach dem erfolgreichen Überwintern im Frühling das Auswildern ansteht, ist dies immer eine sehr emotionale Angelegenheit für sie.


Und so arbeitet Heidi seit 20 Jahren daran, das Überleben der Igel zu sichern. Hier ein Überblick:


Situation:

Derzeit befinden sich 100 Igel in der Obhut von Heidi Malin.
Dafür hat sie in ihrem Garten ein Freigehege für die Igel, die das Winterschlafgewicht erreicht haben und bereit für das Überwintern sind.
Für die Igel, die noch nicht fit für den Winterschlaf sind, gibt es im Schuppen weitere Gehege und im Wintergarten werden untergewichtige und kranke Igel untergebracht.
Mit einigen weiteren Käfigen im Keller kommt die Igelstation so auf 41 Gehege.


Tagesablauf in der Igel-Station:

Jeder Tag beginnt im Hause Malin bereits um 5 Uhr in der Früh.
Als erstes werden alle 41 Igel-Gehege  gereinigt.
Das heißt, die Futterschalen werden ausgewaschen, Unterlegpapier wird gewechselt und der „Schlafkarton“ wird kontrolliert.

Anschließend wird die Vormittagsfütterung aller Tiere durchgeführt. Heidi verwendet dafür spezielles Katzen-Trockenfutter (Josera Kitten).

Um zirka 10 Uhr vormittags ist die erste Runde der Reinigung und Fütterung dann erledigt. Nun steht die Pflege der Tiere an, die aufgrund von Krankheit ihrer ständigen Betreuung bedürfen. Erst danach kann sie sich auch anderen Dingen widmen.

Von 17 bis 19 Uhr folgen eine Wiederholung der Reinigung, sowie eine Abendfütterung mit Katzen-Nassfutter.


Wie an diesem Überblick unschwer zu erkennen ist, bedeutet dies sehr viel Arbeit für Heidi Malin. Wegen diesem hohen Aufwand, auch aufgrund ihres Alters und aus gesundheitlichen Gründen freut sie sich deshalb sehr über Unterstützung.


Gesucht wird:

Eine verlässliche, tierfreundliche Person, die Heidi  zwei Mal pro Woche von 7 Uhr bis 10 Uhr
bei der Reinigung und Fütterung Vorort unterstützt.


Weitere Unterstützungsmöglichkeiten:


Geldspenden:

Diese werden vor allem für Futter, Medikamente und Tierarztkosten verwendet.
Alle Tiere, die in der Igel-Station untergebracht werden, bekommen zuvor eine tierärztliche Erstbehandlung. Diese beinhaltet eine Parasitenbehandlung (Lungenwürmer, Zecken, …) sowie notwendige Impfungen.


Vorarlberger Tierschutzverein Ortsgruppe Dornbirn
Raiffeisenbank Dornbirn
IBAN AT 14 3742 0000 0012 6185
BIC RVVGAT2B420
Verwendungszweck „Igelstation“


Futterspenden:

Da Igel einerseits sehr empfindlich und andererseits auch recht wählerisch sind, kommen für die Igel-Station folgende Futterarten zum Einsatz:

Katzenaufzuchtsmilch von Royal Canin
Mehlwürmer lebend (Die Igel rühren getrocknete Mehlwürmer in der Regel nicht an)
Katzen-Trockenfutter (Josera Kitten)


Außerdem gibt es ein weiteres wichtiges Anliegen:

Plätze für die Auswilderung:

Wie bereits eingangs erwähnt, werden die stacheligen Tiere nach dem geschützten Überwintern in der Igelstation im Frühjahr in einem für sie geeigneten und möglichst ungefährlichen Lebensraum in der Natur ausgewildert. Dafür werden laufend passende Unterschlupfmöglichkeiten / Plätze gesucht.

Wer daher einen Garten mit giftfreien Unterschlupfmöglichkeiten (Holzstapel, Igelhaus, …) ohne stark befahrene Straße in der Nähe hat und ab ca. April ein Igelpaar aufnehmen möchte, wende sich bitte bis ca. Ende März an direkt unter der Handynummer +43664 36 38 454 an die Igel-Station.

Update:
Aufgrund der zahreichen Meldungen können alle Igel an gute Plätze vergeben werden. Wir danke euch für die Unterstützung!